Förderung von Zukunftskompetenzen: Bilanz des Workshops für Schüler:innen im MINT-Bereich
Jugendliche kamen am 27. März 2025 im ST3AM zusammen

Vor dem Hintergrund multipler Krisen und globaler Herausforderungen sind gesellschaftliche Veränderungsprozesse notwendig. Dabei spielt die Zukunft, insbesondere in den MINT-Bereichen, eine wichtige Rolle. Zukunftskompetenzen im MINT-Kontext werden in der schulischen Bildung jedoch meist getrennt und in isolierten Formaten behandelt.
Ein Workshop-Format für Schüler:innen wurde entwickelt, um zentrale Zukunftskompetenzen in den MINT-Bereichen zu fördern. Der Fokus liegt auf dem Ausbau mathematischer Fähigkeiten, analytischem und systemischem Denken, kritischem Urteilsvermögen sowie Zukunftsbildung („Futures Literacy“).
Im Rahmen des SLE-Projekts führten der Projektmanager und Foresight Consultant Christoph Mokwa sowie der Bildungs- und Zukunftswissenschaftler Niclas Kollhoff einen Workshop zum Thema „MINT-Zukunftskompetenzen“ durch. Schüler:innen der Isaac-Newton Schule am Campus Adlershof nahmen daran teil. Ziel war es, ein tieferes Verständnis für die Idee von Zukunft zu entwickeln, mathematische Kompetenzen zu fördern, mögliche Zukunftsszenarien zu entwerfen und persönliche sowie gesellschaftliche Wünsche für die Zukunft zu formulieren.
Als thematischer Rahmen diente die Stadt Berlin-Oberschöneweide, die von den Jugendlichen als konkreter Bezugspunkt genutzt wurde, um zu überlegen, wie die Zukunft ihres eigenen Bezirks aussehen könnte. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Was könnte sich verbessern? In welche Richtung entwickelt sich der Stadtteil?
Besonders spannend war der Einsatz eines Koordinatensystems im Raum, das nicht nur das räumliche Denken, sondern auch mathematische Fähigkeiten förderte. Die Achsen waren folgendermaßen definiert: Vertikal: Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) ↔ autonomes Verkehrssystem; Horizontal: Wohnungsbau ↔ grüne Stadt. Die Schüler:innen positionierten sich im Raum entsprechend ihren Zukunftswünschen. Die Mehrzahl der Markierungen im Koordinatensystem befand sich im Bereich „Wohnungsbau“ und „autonomes Fahren“ sowie leicht in Richtung „grüne Stadt“. Daraus lässt sich schließen, dass sich die Schüler:innen vor allem eine Zukunft wünschen, in der bezahlbarer Wohnraum, technologische Mobilitätslösungen (wie autonome Fahrzeuge) und grüne, lebenswerte Städte eine zentrale Rolle spielen. Der ausgebaute und kostenlose ÖPNV wurde hingegen kaum priorisiert.
Anschließend gestalteten die Schüler:innen Szenarien für ein Wochenende in der Zukunft, je nach Anordnung des Koordinatensystems: Wie lebt man? Wie bewegt man sich fort? Welche Aktivitäten gibt es? In einer Diskussionsrunde wurde daraufhin kritisch reflektiert, wie realistisch die entworfenen Zukünfte sind und inwiefern Technologie, insbesondere künstliche Intelligenz, im Alltag entlasten kann. Die Jugendlichen zeigten dabei eine differenzierte Haltung: Sie finden KI grundsätzlich spannend, möchten aber gleichzeitig ihre Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit bewahren. Generell überzeugten die Schüler:innen mit dem Wunsch nach Gemeinschaft, Quality Time mit Freund:innen und dem Bedürfnis nach einem Raum, in dem man einfach sein und „akzeptiert“ werden kann. Individualität wurde als zentraler Wert mehrfach betont.
Im zweiten Teil des Workshops wurde eine Trendanalyse gemacht und Megatrends in ein Koordinatensystem eingeordnet, um wahrscheinliche, zukünftige Entwicklungen sichtbar zu machen. Dabei stellten sich Fragen wie: Welche Trends gibt es aktuell? (KI, demografischer Wandel, Home-Office); Was ist uns wichtig?; In welche Richtung entwickelt sich unsere Gesellschaft?; Welche Berufe entstehen neu?; Und vor allem: Welche Kompetenzen brauchen wir, um diese Zukunft aktiv zu gestalten? Darauf aufbauend wurden zukünftige Berufe wie z. B. KI-Manager:in erarbeitet, inklusive möglicher Aufgabenbereiche und der Frage, welche Kenntnisse man dafür bereits heute lernen kann (z. B. Mathematik, Programmieren, Problemlösungskompetenz).
Fazit: Die Mehrheit der Schüler:innen fand den Workshop interessant und würde gerne an einem ähnlichen Workshop wieder teilnehmen. Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass Zukunft gestaltbar ist! Die Jugendlichen haben Lust, mitzureden, mitzudenken und mitzugestalten, wenn man ihnen die Räume dafür öffnet.
Kontakt:
Melissa Horchemer
Projektleiterin
WISTA Management GmbH
Rudower Chaussee 17 | D-12489 Berlin
Mobile: +49 170 9242309
horchemer(at)wista.de | www.wista.de